Österreich: Tag 1-3 - Wien 😍
Da sind wir nun also in Wien. Ich war noch nie in Wien und deshalb ein bisschen aufgeregt, endlich mal wieder eine neue Stadt kennenzulernen. Und irgendwie hatte ich Wien auch nie so richtig auf dem Radar, obwohl ich hauptsächlich Positives gehört habe.
Und was soll ich sagen? Ich glaube ich habe einen kleinen Crush auf Wien 😍. Die Stadt hat echt viel zu bieten. Schöne und alte, nicht zerbombte, Architektur. Viel Kultur, sehr international, viele leckeres Essen. Gute Infrastruktur in Form von Radwegen und Öffis. Und dann auch noch eine schöne Natur. Aber der Reihe nach.
Wir starten den ersten Tag mit einem Einspänner, ein Klassiker in der Wiener Kaffeekultur.
Der Einspänner ist eine Wiener Kaffeespezialität und als solche Bestandteil der Wiener Kaffeehauskultur.
Seinen Namen hat das Getränk von den einspännigen Pferdefuhrwerken. Deren Kutscher hielten den Kaffee in der einen Hand, die Zügel in der anderen. Durch die dicke Schlagobershaube blieb der Kaffee lange heiß und konnte dann während einer Pause getrunken werden.
In einem Glas mit oder ohne Henkel wird ein kleiner Mokka (auch genannt Schwarzer) mit einer üppigen Schlagobershaube bekrönt. Dazu wird Staubzucker serviert.
Das klingt schonmal ganz lecker. Verhipstert man das ganze (so wie ein gewisser Herr Jonas Reindl), wird Cold Brew mit Eis als Kaffee verwendet und die Sahne ganz fein geschlagen und mit ein wenig Zucker und Salz verfeinert.

Ansonsten waren wir eher banausig unterwegs. Die ganzen klassischen Ziele haben wir ein wenig vermieden und uns eher auf die "urbanen" Dinge konzentriert. Da wir nur drei Tage haben, wäre das vermutlich auch zu viel gewesen, denn gefühlt kann man durch Wien auch locker einfach mal ein paar Tage schlendern. Davon noch ein paar zusammengewürfelte Eindrücke, bevor ich zu den Highlights komme.




Wiener Randomness
Erstes Highlight war das brösl. Hier kann man richtig gut essen. Eine interessante Mischung aus regional, Wirtshausküche und Tapas zum teilen. Ich war erst ein wenig skeptisch wegen des Tapas-Aspektes (den ich mir fairerweise eher in meinem Kopf dazugedacht habe), aber das war unberechtigt. Wir hatten Focaccia, Labneh, Schwammerl und den Gebirgssaibling und es war reichlich sowie lecker.


Ich war glücklicher als ich möglicherweise wirke!
Das zweite Highlight war das Foto Arsenal Wien. Hier gab es zwei Ausstellungen.
Zum einen wurde die Filmreihe DOKU von Lu Yang gezeigt, bei der es um buddhistische Psychologie und digitale Kunst geht. Beides Themen, die mich sehr interessieren. Ich fand es hat Fragen um das Selbst und wie man es dekonstruieren kann sehr gut aufbereitet. Aber war auch viel AI Zeugs (wenn auch gut eingesetzt).
Zudem gab es die Fotoausstellung Photo I Brut. Das war ein bisschen wilder, ich zitiere mal:
Was, wenn jemand über Jahrzehnte hinweg Fotografien mit kleinen Buchstaben beschriftet – nicht nur ein paar Bilder, sondern eine überwältigende Anzahl? Was, wenn sich ein Automechaniker als Kleopatra, Papst Johannes Paul II. oder als Hollywoodstar für die Kamera verkleidet – und nicht nur in diese Rollen schlüpft, sondern in hunderte, tausende? Was, wenn jemand Unmengen von Fotos sammelt, diese zerschneidet, neu zusammennäht und daraus faszinierende Gebilde schafft?
Photo I Brut . Feeling Photography präsentiert solche leidenschaftlichen Auseinandersetzungen mit künstlerischen Prozessen von Autodidakt*innen, die jenseits eines normativen Kunstverständnisses eigenständige fotografische Kunst- und Bildwelten hervorbringen. Menschen mit psychischen oder physischen Erkrankungen, gesellschaftliche Außenseiter*innen oder verborgene Produzent*innen eröffnen neue künstlerische Fragestellungen und kreative Wege.
Nach den DOKU Filmen waren wir nicht mehr so aufnahmefähig und sind durch die Fotoausstellung ein wenig durchgerauscht, aber im Nachhinein fand ich beide Ausstellungen echt gut.



Mehr Schlenderei durch ein sonniges Wien bei 27 Grad.
Fortbewegt haben wir uns hauptsächlich mit ÖPNV oder Fahrrad. Letzteres lässt sich von Nextbike (bisschen wie StadtRad) an festen Stationen ausleihen und abgeben. Radfahren durch Wien macht Spaß - es gibt gute Radwege und man sieht viele verschiedene Ecken. Am letzten Tag sind wir zu Nußdorf gefahren, einem eher äußeren Stadtteil mit Weinbergen. Den Wein haben wir natürlich auch mal angetestet, war sehr lecker. Eigentlich wollten wir das in den Weinbergen machen, aber leider haben wir dafür den falschen Tag gewählt.




Zum Hundertwasserhaus und in die Weinberge von Nußdorf.
Danach ging es mit dem Rad zurück zum Hotel über die Donauinsel. Super schön. Die Insel im Stadtinneren ist ein schöner Spot um sich im Grünen zu sonnen oder baden zu gehen. So ein bisschen wie die Dove Elbe in Hamburg nur weitläufiger, super zentral und exklusive der Musikatzen. Hat mir sehr gefallen. Es war bunt gemischt, jung und alt, zu Fuß oder auf dem Rad. Alle mit dem Ziel ein bisschen zu entspannen. Leider hatten wir keine Badesachen dabei, sonst wären wir auch gerne mal reingesprungen. Und wir mussten weiter, denn es gab noch einen Programmpunkt. Aber die Donauinsel war auch eins der Highlights, leider habe ich keine Bilder gemacht.



Brutalismus wohnt in Nußdorf.
Das letzte Highlight war definitiv die Inszenierung von Kafkas Verwandlung des Burg Theaters (aufgeführt im Akademietheater). Das Bühnenbild war genial, sie haben es zum Beispiel geschafft ein Zimmer im Zimmer zu bauen oder in Vogelperspektive zu wechseln damit Gregor Samsa die Wand hochkrabbeln. Das war ein richtiger Trip und sehr zu empfehlen.

Unsere Unterkunft war übrigens die Superbude am Prater. Kennt man vielleicht aus Hamburg - ich nur vom hören, aber ich fand's ziemlich gut. Man hat einen schönen Ausblick auf den Prater (in etwa wie Hamburger Dom nur ganzjährig?). Und besonders hat mir gefallen, dass sie in der Lobby ein Plattenregal mit zwei Kopfhörern hatten, in dem Künstler aus Österreich ausgestellt waren. So konnte man sich ein bisschen in die lokale Musikszene reinhören, was ich eine richtig coole Idee fand. Hier haben wir eine ganze Weile verbracht. Außerdem gab es lustige Spiegel in den Aufzügen.






Das war Wien. Coole Stadt! Ich komme gerne nochmal zurück. Jetzt geht es erstmal zum Wandern ins Kleinwalsertal.